Private Haftpflichtversicherung

Wer jemand anderem Schaden zufügt, muss dafür gerade stehen und dafür aufkommen, dafür haften - in Deutschland in fast unbegrenzter Höhe. Hier erfährst Du alles wichtige über die Privathaftpflicht.

Personenschaden in einem Verkehrsunfall - eine private Haftpflichtversicherung bewahrt Dich vor hohen Schadenzahlungen.

Das sind (relative) Peanuts, wenn Dir das Handy Deines Freundes aus den Händen gleitet und auf dem Asphalt schaden nimmt. Wie teuer so etwas werden kann, wird aber schnell klar, wenn die Gesundheit einer Person beeinträchtigt wird: Da saust Du mit dem Fahrrad in eine Person, diese wird verletzt, so schwer, dass sie ins Krankenhaus muss, dass sie arbeitsunfähig ist, dass sie vielleicht nie wieder arbeiten kann – für all dies musst Du haften.

Mit Deinem gesamten Vermögen und – falls dies nicht ausreicht – mit Deinem Arbeitseinkommen. Dein ganzes Leben lang musst Du Krankenhausaufenthalte, Schmerzensgeld, Rehamaßnahmen, eventuell den gesamten Lebensunterhalt der angefahrenen Person bezahlen - wenn Du keine private Haftpflichtversicherung hast.

Das Risiko ist hoch, dass Du im Fall eines Falles viel Geld verlierst. Versicherte sind hiervor geschützt.
1.

Was ist eine private Haftpflichtversicherung?

Die private Haftpflichtversicherung (sie wird oft auch als Privathaftpflichtversicherung oder einfach nur als Haftpflichtversicherung, Haftpflicht und Privathaftpflicht bezeichnet ) springt im Schadensfall für Dich ein.

Versichert sind in der Haftpflicht neben Personen- und Sachschäden:

Auch so genannte Allmählichkeitsschäden werden beglichen: Das sind solche, die durch allmähliche, langsame Einwirkungen (z.B. Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Regen) entstehen und meist erst im Nachhinein erkannt werden. Wenn Du zum Beispiel nicht genug lüftest und sich dadurch Schimmel in der Mietwohnung bildet, würde die Haftpflichtversicherung die Beseitigung übernehmen.

Private Haftpflichtversicherung ein Muss! Trotzdem solltest Du eine private Haftpflichtversicherung abschließen, denn sie kostet nicht viel, kann Dich aber im Schadensfall vor dem finanziellen Ruin retten und gibt demjenigen, dem Du mehr als nur das Handy zerstört hast, zumindest ein wenig Wiedergutmachung.

2.

Was ist bei einer privaten Haftpflichtversicherung wichtig zu beachten?

Eine häufige Frage ist - Was ist bei einer privaten Haftpflichtversicherung wichtig zu beachten?

Du achtest vor dem Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung auf den Preis? Das ist sinnvoll, allerdings sagt die Versicherungsprämie nichts über die Versicherungsleistungen aus. Diese sind auch in der Privathaftpflicht unterschiedlich. Wenn Du bei den Beiträgen sparst und einzelne Risiken nicht abgedeckt sind, können hohe Kosten auf Dich zukommen. Achte darum bei einem Haftpflichtversicherungsvergleich vor allem auf den Umfang des Schutzes.

Daneben bestehen Unterschiede im Servicebereich, die Du bei der Entscheidung für einen konkreten Versicherungsvertrag ebenfalls berücksichtigst.

2.1

Unterschiede im Service der Versicherungen

  • Frage Dich selbst, ob Du eine persönliche Beratung wünschst oder alle Angelegenheiten online erledigen kannst. Gerade im Schadensfall ist Versicherungskunden oft der persönlich ansprechbare Berater wichtig.
  • Über die Schnelligkeit der Schadensregulierung und über das Verhalten in Kulanzfällen informieren Dich Erfahrungsberichte der Verbraucher. Eine rasche Bezahlung des von Dir verursachten Schadens wirkt sich finanziell zwar nicht für Dich, sondern für den Geschädigten positiv aus. Wenn Du diesen persönlich kennst, belastet eine übermäßig Dauer bis zum Zahlungseingang der Entschädigung aber leicht das persönliche Verhältnis.
  • Bei einer Vertragslaufzeit von lediglich einem Jahr bleibst Du flexibel. Allerdings dürfen Verträge mit einer Erstlaufzeit von mehr als drei Jahren aufgrund des Versicherungsvertragsgesetzes ohnehin zum Ende des dritten Vertragsjahres gekündigt werden. Zusätzlich besteht bei einer Hochzeit oder dem Zusammenziehen mit der Partnerin ein Sonderkündigungsrecht für den zuletzt abgeschlossenen Versicherungsvertrag.
2.2

Einschluss des Schadensereignisses in die Haftpflichtversicherung

Die wichtigsten Punkte, bei denen der Einschluss des Schadensereignisses in die Haftpflichtversicherung nicht immer besteht, sind:

Familienangehörige

Familienangehörige sind mitversichert – aber nicht automatisch. Nicht mitversichert sind meist Demenzkranke und Kinder unter 7 Jahren, weil beide als nicht schuldfähig gelten.

Unverheiratete Lebenspartner sind ebenfalls nicht automatisch in den Leistungen enthalten, man kann dies aber problemlos beantragen. In einem solchen Fall zahlt die Versicherung jedoch nicht mehr, wenn der eine das Handy des anderen fallen lässt.

Schäden an der Mietsache Schäden an der Mietsache – außer durch die übliche Abnutzung – und verlorene Schlüssel begründen hingegen grundsätzlich einen Schadenersatzanspruch gegen Dich, sodass der Einschluss dieser Ereignisse in den Haftpflichtversicherungsvertrag auch unter rechtlichen Gesichtspunkten sinnvoll ist. Achte bei Mietschäden darauf, ob sich diese nur auf Deine feste Wohnung oder auch auf eine gemietete Ferienunterkunft beziehen.
Gefälligkeitshandlungen

Schäden einer so genannten "Gefälligkeitshandlung" oder auch "Gefälligkeitkeitsleistungen" sind ebenfalls nicht automatisch inbegriffen. Gefälligkeiten sind unbezahlte Freundschaftsdienste. Hilfst Du jemandem beim Umzug und Du haust beim Transport eine Macke in die alte Kommode, passiert dies im Zuge einer Gefälligkeitshandlung und wird im Normalfall nicht durch die Versicherung beglichen.

Schlüsselverlust

Du verlierst die Schlüssel der Ferienwohnung oder des Ladens, in dem Du arbeitest – Pech, auch das ist meist nicht automatisch mitversichert.

Vor allem bei Haftpflichtversicherungsverträgen mit ungewöhnlich niedrigen Beiträgen sind diese Risiken oftmals nicht mitversichert.

Lies Dir unbedingt das Kleingedruckte vor dem Vertragsabschluss durch, damit Du den gewünschten Schutz bekommst. Viele Versicherer bieten ein Baukastensystem an, sodass Du den gewünschten Versicherungsumfang selbst bestimmst. Nimm dabei besser eine etwas höhere Prämie als einen eingeschränkten Versicherungsschutz in Kauf. Wähle auch eine möglichst hohe Deckungssumme, denn Du haftest im Schadensfall unbegrenzt.

2.3

Was sollte man bei der Haftpflicht zusätzlich abschließen?

Die Haftpflichtversicherung kann und sollte an individuelle Bedürfnisse angepasst werden – die Zusatzoptionen sind hierbei sehr speziell, z.B. beziehen sie sich auf geliehene Motorboote oder auf erwachsenen Kinder, die sich noch in der Ausbildung befinden usw. In den allermeisten Fällen dürfte das Standardpaket ausreichen, trotzdem solltest Du Dir die Liste der versicherten und vor allem der nicht versicherten Schäden anschauen.

Eventuell kannst Du dann den Vertrag mit Zusatzversicherungen wie der Tierhalterhaftpflicht aufstocken.

2.4

Zusatzoption: Warum ist die Ausfalldeckung wichtig?

Die Ausfalldeckung deckt eigene Forderungen, die man gegen einen Dritten hat, die von diesem aber nicht geleistet werden können.

Eine weitere sinnvolle und im Hinblick auf ihren möglichen Nutzen sehr günstige Zusatzdeckung innerhalb der Privathaftpflichtversicherung ist die so genannte Ausfalldeckung (oft heißt sie auch Schadenausfalldeckung oder Forderungsausfall-Versicherung):

Ist die Ausfalldeckung mitgebucht, springt Deine Haftpflichtversicherung ein, wenn Dir ein Schaden zugefügt wurde, der Verursacher aber nicht oder nicht ausreichend versichert ist. Wirst also Du von einem Radfahrer angefahren und hat dieser keine Haftpflichtversicherung, so muss er zwar zahlen – nur was ist, wenn er keine oder nicht genug Mittel aufbringen kann? Die Ausfallversicherung springt dann ein und gleicht Deine Schadensersatzansprüche aus.

Meist wird aber nur gezahlt ab einer bestimmten Schadenshöhe (ca. 500 Euro) und – ganz wichtig! – wenn es ein rechtsgültiges Urteil gibt.

2.5

Haftet eine private Haftpflichtversicherung auch rückwirkend?

Eine rückwirkende Haftung der privaten Haftpflichtversicherung im umgangssprachlichen Sinn ist nicht möglich. Schließlich lässt kein Versicherer sich darauf ein, dass ein Kunde den Vertrag erst abschließt, nachdem der Schadensfall bereits eingetreten ist. Seit einigen Jahren wirbt eine große Versicherungsgesellschaft zwar mit der Möglichkeit, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, wenn es eigentlich zu spät ist. Das erhöhte Risiko lässt sich jedoch bei einer einen Teilbereich abdeckenden privaten Krankenzusatzversicherung leichter als bei einer Haftpflichtversicherung in die Tarifkalkulation einbeziehen. Dennoch gibt es rückwirkende Leistungen beim privaten Haftpflichtschutz. Diese beruhen jedoch auf einer von der Umgangssprache abweichenden juristischen Definition der Rückwirkung.

2.5.1

Versicherungsschutz vor dem Beitragseingang

Wenn Du eine private Haftpflichtversicherung abschließt, kannst Du gemeinsam mit dem Versicherer den Vertragsbeginn festlegen. Das ist frühestens der folgende Tag. Für die Bezahlung der Versicherungsprämie hast Du bei eigener Überweisung jedoch vierzehn Tage nach dem Rechnungseingang Zeit. Dass der Versicherungsschutz bereits vor dem Zahlungseingang besteht, gilt rechtlich als rückwirkende Gültigkeit des entsprechenden Vertrages, da dieser letztendlich erst mit der Zahlung der ersten Versicherungsprämie gültig wird.

Info: Die vorläufige Deckungszusage ist bei der Kfz-Versicherung unverzichtbar und auch in der privaten Haftpflichtversicherung üblich.

Des Weiteren tritt faktisch ein rückwirkender Versicherungsschutz ein, wenn Du dem Versicherer eine Einzugsermächtigung ausgestellt hast und der Termin der Vertragsverlängerung auf einen Bankfeiertag fällt. In diesem Fall bleibt Dein Versicherungsschutz bestehen, auch wenn die Prämienzahlung erst am folgenden Bankarbeitstag vom Konto abgebucht wird.

2.5.2

Rückwirkende Gültigkeit bei neuen Risiken

In gewisser Weise rückwirkend wirkt eine private Haftpflichtversicherung derart, dass sie sich auch auf Risiken bezieht, die bei Vertragsabschluss bereits vorhanden sind. Dass es sich hierbei um eine spezielle Form der Rückwirkung handelt, ist ein Thema für juristische Fachaufsätze, aber kaum für das Empfinden der Versicherungskunden.

Von Bedeutung ist jedoch die rückwirkende Einbeziehung meldepflichtiger Neurisiken. Diese betreffen vor allem zusätzliche Versicherungen wie die Tierhalterhaftpflichtversicherung. Deren Verträge sehen in der Regel vor, dass Du später erworbene Tiere der Versicherungsgesellschaft melden und oftmals eine zusätzliche Prämie bezahlen musst.

  • Das trifft unter anderem zu, wenn Deine Hündin Welpen bekommt. Du musst die Meldung innerhalb der im Versicherungsvertrag genannten Frist vornehmen. Falls vor der vorgeschriebenen Mitteilung an den Versicherer ein Schadensfall eintritt, greift der erforderliche zusätzliche Versicherungsschutz rückwirkend. Das trifft auf die private Haftpflichtversicherung zu, wenn der Versicherungsvertrag die gesonderte Meldung der Anschaffung ungewöhnlicher Haustiere vorsieht.
  • Für die Mitversicherung der Kinder ist keine besondere Information der Versicherungsgesellschaft notwendig.
  • Das gilt nicht bei einer Hochzeit oder der gewünschten Aufnahme des Lebensgefährten in den Versicherungsvertrag. In diesem Fall tritt die Versicherung erst nach dem Eingang des entsprechenden Schreibens bei der Gesellschaft in Kraft. Viele Versicherer akzeptieren die Mitversicherung bereits ab dem durch den Poststempel belegten Absendedatum der Mitteilung, was rechtlich einer Rückwirkung über wenige Tage entspricht.
2.6

Wie lange ist die Laufzeit einer privaten Haftpflichtversicherung?

Die Laufzeit der Versicherungsverträge kann frei verhandelt werden. Die Standardlaufzeiten sind jedoch 1 und 3 Jahre.

Die Laufzeit einer privaten Haftpflichtversicherung kann grundsätzlich frei zwischen dem Versicherungsnehmer und dem Versicherer vereinbart werden. Dennoch sind bestimmte Vertragslaufzeiten in der Praxis üblich, wobei Unterschiede zwischen dem Online-Vertragsabschluss und der Inanspruchnahme der Dienstleistung eines Versicherungsvertreters bestehen. Diese beruhen allerdings nicht auf gesetzlichen Bestimmungen, sondern auf dem Wunsch des Mitarbeiters nach einer sicheren Provision. Der Gesetzgeber schränkt seinerseits nicht die Höchstlaufzeit ein, erleichtert aber die Kündigung des Versicherungsvertrages nach drei Jahren.

Die Laufzeit bezieht sich in der Regel auf den ersten Abschnitt der Geschäftsbeziehung mit einer Versicherungsgesellschaft, da die Verlängerung grundsätzlich für ein Jahr erfolgt. Durch die zusätzliche Aufnahme eines zuvor nicht versicherten Risikos kann eine neue Mindestvertragslaufzeit entstehen, wenn der Änderungsvertrag eine solche ausdrücklich vorsieht.

2.6.1

Zehnjahres Verträge

Falls Du einen Haftpflichtversicherungsvertrag mit einer Laufzeit von fünf oder zehn Jahren abschließt, kannst Du diesen zum Ablauf des dritten Jahres ohne Angabe von Gründen kündigen. Somit sind Vertragsabschlüsse über mehr als drei Jahre für den Versicherer eigentlich nicht zielführend, da die Bindung des Kunden an seinen Vertrag nach drei Jahren ohnehin ausläuft. Dennoch bieten Versicherungsgesellschaften und Vertreter Versicherungsverträge mit Laufzeiten von fünf bis zehn Jahren an. Sie hoffen darauf, dass der Kunde sich aus moralischen Gründen zum Einhalten der ursprünglich abgesprochenen Vertragsdauer verpflichtet fühlt.

2.6.2

Einjahresvertrag und Dreijahresvertrag

Auch wenn andere Laufzeiten möglich sind, hast Du bei vielen Gesellschaften nur die Wahl zwischen einem Einjahresvertrag und einem Dreijahresvertrag für die private Haftpflichtversicherung. Je nach Versicherer wird die anfängliche Vertragslaufzeit geringfügig modifiziert, sodass der Verlängerungstermin künftig mit dem neuen Kalenderjahr übereinstimmt.

Info: Mit einem Einjahresvertrag bleibst Du flexibel, allerdings gewähren viele Unternehmen neuen Kunden beim Abschluss eines dreijährigen Vertrages einen attraktiven Preisnachlass.

2.6.2

Kurzfristige Laufzeiten

Neben der regulären Haftpflichtversicherung mit automatischer Verlängerung bieten Dir Versicherungsgesellschaften auch Verträge für Sonderfälle mit kürzeren Laufzeiten an, die sich nicht automatisch verlängern. Eine Urlaubs-Haftpflichtversicherung benötigst Du nicht, da der allgemeine Vertrag ohnehin weltweit gilt. Eine Ausnahme besteht, wenn Du ein Motorboot fahren möchtest. Ein solches ist in der Privathaftpflichtversicherung nicht enthalten. Es kann durch den Verleiher vom Fahrer unabhängig versichert sein. Sollte das nicht der Fall sein, ist der Abschluss einer eigenen Haftpflichtversicherung als Skipper unverzichtbar.

2.7

Wie gebe ich eine Schadensmeldung ab?

Je nach Versicherungsgesellschaft unterscheidet sich die Art und Weise, wie Du eine Schadensmeldung in der privaten Haftpflichtversicherung abgibst. Zudem besteht ein Unterschied zwischen der formlosen Anmeldung eines Schadens und dem Einreichen des ausführlichen Schadensberichtes. Diese fallen lediglich bei der Online-Meldung und der persönlichen Schadensaufnahme häufig zusammen.

2.7.1

Schriftliche und telefonische Meldung

Du kannst eine Schadensmeldung per Telefon, Onlinezugang oder schriftlich durchführen.

Eine schriftliche Meldung, die auch per E-Mail oder als Fax erfolgen kann, ist in der privaten Haftpflichtversicherung grundsätzlich möglich. In diesem Fall teilst Du der Versicherungsgesellschaft zunächst formlos mit, dass ein Schadensfall eingetreten ist. Anschließend erhältst Du ein Formular, auf dem Du eine ausführliche Schilderung des Vorgangs vornimmst.

Für die telefonische Schadensmeldung haben einige Versicherer eine rund um die Uhr besetzte Hotline geschaltet, während Du bei anderen Anbietern auf das Wahrnehmen eingeschränkter Erreichbarkeitszeiten angewiesen bist.

2.7.2

Online-Meldung

Die Online-Meldung eines Versicherungsschadens in der Haftpflichtversicherung ist einfach. Nach dem Aufrufen des Onlineauftritts Deines Versicherers und der Angabe, dass Du einen Schaden melden möchtest, wirst Du zum entsprechenden Formular weitergeleitet. Ob Du dieses zusätzlich ausdrucken und unterschreiben musst oder Dich durch ein Passwort identifizieren kannst, richtet sich nach den Bestimmungen Deines Haftpflichtversicherers. Zum Teil reicht bereits die Eingabe Deiner Versicherungsnummer in Verbindung mit dem Geburtsdatum aus.

2.7.3

Persönliche Schadensmeldung

Neben der telefonischen und schriftlichen kannst Du auch von der persönlichen Meldung gebrauch machen.

Eine persönliche Schadensmeldung für die private Haftpflichtversicherung kannst Du abgeben, wenn Deine Gesellschaft Vertrauensleute einsetzt oder über Geschäftsstellen verfügt. Ausschließlich für einen Versicherer tätige Vertreter sind anders als freie Versicherungsmakler häufig zur Entgegennahme von Schadensanzeigen berechtigt.

2.7.4

Welche Fristen musst Du für die Schadensmeldung beachten?

Eine Schadensmeldung in der privaten Haftpflicht soll unverzüglich erfolgen. Das Versicherungsvertragsgesetz sieht hierzu einen Zeitraum von einer Woche vor. Dein Versicherer kann allerdings später eingehende Meldungen aus Kulanz dennoch berücksichtigen. Für die Wahrung der Frist reicht die Abgabe einer formlosen Meldung aus.

3.

Welche Schäden werden durch die private Haftpflichtversicherung versichert und welche nicht?

Wenn Du fahrlässig oder grob fahrlässig jemandem etwas zugefügt hast.

Fahrlässig oder grob fahrlässig bedeutet, dass Du nicht vorsätzlich, bewusst und gewollt gehandelt hast.

Als fahrlässig wird das Verhalten bezeichnet, bei dem man nicht angemessen in einer Situation handelt – also wenn man beispielsweise mit dem Fahrrad im öffentlichen Raum nicht vorsichtig fährt.

Darunter fallen auch Schäden, die aus Unbeholfenheit, Sorglosigkeit, Unvorsichtigkeit, Leichtsinn oder Vergesslichkeit verursacht wurden. Grobe Fahrlässigkeit ist ein Verhalten, das in besonders schwerem Maße nicht beachtet, was in der jeweiligen Situation angemessen gewesen wäre, also zum Beispiel wer mit dem Rad besonders schnell unterwegs ist.

Die private Haftpflichtversicherung deckt nur den privaten Bereich ab.

Berufliche oder ehrenamtliche Vereinsarbeit ist in der privaten Haftpflichtversicherung also nicht mitversichert. Außerdem gilt sie nicht für KFZ (hierfür ist die KFZ-Haftpflichtversicherung zuständig) und auch nicht für Hunde (hierfür muss zusätzlich die Tierhalterhaftpflichtversicherung abgeschlossen werden).

Versichert sind aber alle Risiken des normalen Alltags, darunter zum Beispiel auch Schäden in der Mietwohnung (außer im Glas- und Elektrobereich). In die Leistung einbezogen ist übrigens die ganze Familie inklusive Kinder und Ehepartner.

4.

Welche Versicherungssumme sollte meine private Haftpflichtversicherung mindestens abdecken?

Wenn ein Mensch verletzt wird – das zeigt das obige Beispiel mit dem Fahrradunfall – kann das sehr teuer sein. Es wird also schnell klar, dass eine private Haftpflicht Summen in Millionenhöhe abdecken muss. Dies ist die so genannte Deckungssumme oder Versicherungssumme, also die Summe, bis zu deren Maximalhöhe die Versicherung für die durch Dich verursachten Schäden haftet.

Wer eine private Haftpflichtversicherung abschließt, sollte darauf achten, dass diese hoch genug ist. Einige Versicherer unterscheiden zwischen:

Die meisten vereinbaren jedoch inzwischen pauschale Deckungssummen für alle Schadensarten. Die klassischen Deckungssummen belaufen sich auf drei, fünf und fünfzig Millionen Euro, wobei der höchste Betrag nicht von allen Versicherern angeboten wird.

4.1

Gibt es eine private Haftpflicht mit unbegrenzter Versicherungssumme?

Versicherungskunden fragen sich oft, ob ein unbegrenzter Versicherungsschutz möglich sei. Dieser erscheint als sinnvoll, da der Gesetzgeber jedem Menschen die unbegrenzte Regulierung der von ihm verursachten Schäden auferlegt.

Ein Versicherungsvergleich zeigt, dass die unbegrenzte Deckung in der Privathaftpflicht tatsächlich nicht angeboten wird. Die Vertragsfreiheit erlaubt jedoch Sonderabsprachen zwischen dem Kunden und der Versicherungsgesellschaft. Diese sind bei deutschen Gesellschaften dennoch unüblich, in Großbritannien hingegen verbreitet. Die besten Chancen für die Vereinbarung einer unbegrenzten Deckungssumme bietet Dir somit die Kontaktaufnahme mit einer englischen Versicherungsgesellschaft.

5.

Wieviel kostet die Privathaftpflicht?

Eine Privathaftpflicht kostet im Jar weniger als 100 €. Die genauen Kosten hängen von den Leistungen ab, die Du wählst. Auf keinen Fall sollte bei den Leistungen Deiner privaten Hafptlichversicherung am falschen Ende gespart werden.

In der Regel gilt: Je geringer die Selbstbeteiligung und Laufzeit und je höher die Deckungssumme, desto höher der Beitrag.

Selbstbeteiligung Deckungssumme Ausfalldeckung Laufzeit Jahresbeitrag*
125 € 10.000.000 € ja 3 Jahre 50 €
0 € 10.000.000 € nein 3 Jahre 80 €
0 € 5.000.000 € nein 1 Jahr 55 €

* Die genannten Beiträge sind beispielhaft zu verstehen. Versichert sind: Personen- / Sachschäden, Vermögensschäden, Mietsachschäden / Einrichtungsgegenstände, Allmählichkeitsschäden, Computer- / Internetschäden.

Auf die Höhe des Beitrags können sich zudem folgende Merkmale auswirken:

  • Oft gibt es Rabatt, wenn Du vorher schon einen Vertrag hattest und darüber keine Versicherungsfälle in den letzten 5 Jahren abgewickelt hast.
  • Beschäftigung des Versicherungsnehmers im öffentlichen Dienst senkt den Beitrag.
  • Die jährliche Zahlung ist am günstigsten, gefolgt von der halbjährlichen. Die vierteljährliche Zahlung ist die teuerste Variante. Eine monatliche Zahlung ist bei der Haftpflichtversicherung unüblich.
  • Schlüsselverlust ist nicht inklusive und muss als Zusatzleistung beantragt werden. Unterschieden wird zudem nach privatem und beruflichem Schlüsselverlust.
  • Der Seniorentarif (ab 60 Jahre) ist normalerweise günstiger.
5.1

Private Haftpflichtversicherung mit Selbstbeteiligung? Ja oder nein?

Es gibt Vor- und Nachteile für eie Selbstbeteiligung.

Wenn Du in der privaten Haftpflichtversicherung eine Selbstbeteiligung vereinbarst, verringert sich der zu zahlende Jahresbeitrag (auch Versicherungsprämie genannt). Im Gegenzug bezahlst Du kleinere Schäden bis zur vereinbarten Höhe selbst und musst bei höheren Schadenssummen den entsprechenden Teil übernehmen.

Eine Selbstbeteiligung kann in der Privathaftpflichtversicherung

  • für jeden einzelnen Versicherungsfall
  • oder für alle Schäden innerhalb eines Versicherungsjahres

vereinbart werden.

Info: Das Einsparpotential Deines Versicherers bei einer Selbstbeteiligung besteht nicht nur in einer verringerten Erstattung bei größeren Schäden; die größere Kosteneinsparung erzielst Deine Versicherung vielmehr dadurch, dass Du aufgrund der Selbstbeteiligung Kleinschäden gar nicht an Deine Versicherung meldest.

Prüfe aber bei einer sich auf alle Versicherungsfälle innerhalb eines Kalenderjahres beziehenden Eigenbeteiligung, für welchen Zeitraum eine Nachmeldung möglich ist. Andernfalls hast Du zwar durch mehrere Schadensereignisse den Betrag Deiner Selbstbeteiligung erreicht, aber aufgrund zu später Meldung keinen Anspruch auf die Regulierung durch Deine Haftpflichtversicherung.

Vorteile und Nachteile der Selbstbeteiligung

  • Vorteilhaft bei einer vereinbarten Selbstbeteiligung ist, dass die Versicherungsprämie für die Privathaftpflichtversicherung günstiger wird.
  • Der Nachteil besteht darin, dass Du möglicherweise zusätzliche Kosten in Höhe der Selbstbeteiligung tragen musst.

Wenn Du in der Vergangenheit in den meisten Jahren keinen Versicherungsschaden zu melden hattest, bietet sich der Abschluss eines Versicherungsvertrages mit einer Eigenbeteiligung an. In anderen Fällen verzichtest Du besser auf die mögliche Einsparung bei der Versicherungsprämie.

Die Ersparnis bei der Versicherungsprämie ist grundsätzlich geringer als die Höhe der vereinbarten Selbstbeteiligung. Angesichts der ohnehin niedrigen Beiträge für die private Haftpflichtversicherung besteht ein geringes Einsparpotential durch den Einschluss einer Eigenbeteiligung in den Versicherungsvertrag. Somit ist gerade für junge Menschen die höhere finanzielle Sicherheit durch die Vereinbarung der vollständigen Kostenübernahme durch den Versicherer vorzuziehen.

5.2

Kann ich meine private Haftpflichtversicherung hochstufen?

Mit der Hochstufung eines Versicherungsvertrages ist entweder

  • eine bloße Prämienerhöhung
  • oder die Verbesserung des vereinbarten Versicherungsschutzes gemeint.
Bei einer Privathaftpflicht kannst Du den Leistungsschutz nachträglich z.B. durch Erhöhung der Versicherungssumme erweitern.

In der privaten Haftpflichtversicherung kann sich der Begriff nur auf die Leistungserweiterung beziehen, da eine Steigerung der Versicherungsprämie aufgrund eines Versicherungsschadens nicht erfolgt.

Info: Der Versicherungsbeitrag kann aufgrund der Gesamtentwicklung der Schadensfälle steigen; eine solche Preiserhöhung wird aber üblicherweise nicht als Hochstufung bezeichnet.

Für Dich stellt sich somit die Frage, ob Du selbst eine Aufstockung Deines Schutzes in der Haftpflichtversicherung nachträglich verlangen kannst. Die Hochstufung ist aus folgenden Gründen grundsätzlich möglich:

5.2.1

Hochstufung wegen einer Leistungsverbesserung

Rein rechtlich kann die Versicherungsgesellschaft eine von Dir gewünschte Hochstufung vor dem Ablauf des aktuellen Vertrages ablehnen. Im Normalfall wird sie Deinem Wunsch jedoch entsprechen, zumal dieser mit einer höheren Versicherungsprämie verbunden ist.

Je nach Gesellschaft ist es möglich, dass die Erhöhung der Versicherungssumme automatisch mit dem Einschluss weiterer Risiken verbunden ist.

Die Mitversicherung von Gefälligkeiten ist aus moralischer Sicht sinnvoll.

Tipp: Die Mitversicherung von Gefälligkeiten und von Handlungen deliktunfähiger Kinder erweist sich in der Praxis als sinnvoll. Du bist in beiden Fällen zwar gesetzlich nicht zur Erstattung des Schadens verpflichtet. Dennoch empfindet man in der Regel eine moralische Pflicht und möchtest den guten Kontakt mit den Nachbarn oder eine Freundschaft nicht gefährden.

Schäden an der Mietsache sind in alten Verträgen zumeist nicht eingeschlossen, sodass sich die Hochstufung auf die aktuellen Vertragsbedingungen anbietet. Achte aber darauf, ob auch Schäden an Ferienwohnungen integriert sind. Das Schlüsselverlustrisiko kannst Du sowohl durch eine Erweiterung Deiner Privathaftpflichtversicherung als auch durch eine – mitunter günstigere – Sonderversicherung abdecken.

5.2.2

Vertragserweiterung bei einer Heirat oder dem Zusammenziehen

Bei einer Hochzeit genießt Du ein Sonderkündigungsrecht Deine alten Vertrages.

Die Vertragserweiterung nach der Hochzeit oder dem Zusammenziehen ist keine Hochstufung im eigentlichen Sinn, da sie üblicherweise ohne Beitragserhöhung geschieht. Das gilt auch bei der Geburt eines Kindes. Im Falle der Hochzeit oder der ersten gemeinsamen Wohnung besteht ein Sonderkündigungsrecht für den zuletzt abgeschlossenen Vertrag.

Tipp: Einige wenige Versicherer erweitern den Kreis der zum Abschluss auf eine gemeinsame Haftpflichtversicherung berechtigten Kunden auf Verlobte, auch wenn diese noch nicht zusammenleben. In diesem Fall greift der Versicherungsschutz allerdings nicht bei Schäden, die sie einander zufügen. Zudem handelt es sich bei der Erweiterung um ein besonderes Angebot weniger Gesellschaften und nicht um die übliche Praxis, sodass kein Sonderkündigungsrecht für den älteren Vertrag besteht.

6.

Wer ist in der Privathaftpflichtversicherung mitversichert?

Wer ist in der Privathaftpflichtversicherung mitversichert?

Die Versicherungswirtschaft verwendet grundsätzlich für alle Gesellschaften geltende Versicherungsbedingungen. Grundsätzlich bedeutet im Rechtswesen anders als oft in der Umgangssprache nicht, dass ein Grundsatz unumstößlich sei. Vielmehr besteht ausdrücklich die Möglichkeit, durch explizit getroffene Vereinbarungen von den grundsätzlich gültigen Regeln abzuweichen. Daher existieren in der Privathaftpflicht drei Modelle hinsichtlich der Mitversicherung weiterer Personen:

  • Der Single-Tarif kennt keine Mitversicherung weiterer Personen, sondern wird ausschließlich für den Versicherungsnehmer abgeschlossen.
  • Der Standardtarif – je nach Gesellschaft auch Familientarif genannt – entspricht den allgemeinen Grundsätzen der Versicherungswirtschaft. Er schließt minderjährige und sich in Ausbildung befindende Kinder bis zu einem Alter von 25 Jahren sowie den Ehepartner und den festen Partner bei bestehender häuslicher Gemeinschaft ein.

    Dieser muss beim gemeinsamen Wohnen ohne Trauschein ausdrücklich in den Versicherungsvertrag aufgenommen werden. Das ist nicht bürokratisch, sondern in manchen Fällen für den Versicherungsnehmer ausgesprochen nützlich. Gerade bei jungen Leuten ist es nicht ungewöhnlich, dass die Partnerin oder der Partner in die bereits bestehende Wohnung ihres Freundes oder seiner Freundin einzieht, sich aber nicht sofort ummeldet und die Meldeanschrift folglich weiterhin das Elternhaus ist.

    Ob in diesem Fall die tatsächlichen Wohnverhältnisse eine häusliche Gemeinschaft nahelegen oder die noch bestehende Meldeadresse bei den Eltern eine solche ausschließt, entscheiden die einzelnen Versicherer unterschiedlich. Sobald Du die Wohnsituation offen schilderst und der Vertragspartner Deine Partnerin oder Deinen Partner in den Haftpflichtversicherungsvertrag aufgenommen hat, besteht Rechtssicherheit hinsichtlich der Akzeptanz einer häuslichen Gemeinschaft.

6.1

Sind Kinder mitversichert?

Nicht volljährige Kinder sind in der Privathaftpflichtversicherung mitversichert. Bei getrennt voneinander lebenden Elternteilen besteht der Versicherungsschutz über den Elternteil, bei dem das Kind hauptsächlich lebt. Nach Eintritt der Volljährigkeit gilt der Versicherungsschutz weiter, solange der junge Erwachsene sich in der Ausbildung befindet und die Eltern Anspruch auf Kindergeld haben.

6.1.1

Sind Kleinkinder mitversichert?

Sind Kleinkinder mitversichert? Kleinkinder sind deliktunfähig; einige Versicherungen bieten dennoch eine Mitversicherung an.

Kleinkinder und Kinder unter sieben Jahren sind nicht deliktfähig und folglich nicht zur Wiedergutmachung eines von ihnen verursachten Schadens verpflichtet. Eine Schadensersatzpflicht kann sich für Dich ergeben, wenn Du Deiner Aufsichtspflicht nicht ausreichend nachgekommen bist. Somit sind Kleinkinder – anders als Du bei ihrer mangelnden Beaufsichtigung – eigentlich nicht versichert.

6.1.2

Gibt es eine Haftpflichtversicherung für Familien?

Wenn Du nicht explizit einen Single-Tarif oder einen Tarif mit erweitertem versicherten Personenkreis abschließt, stellt die Haftpflichtversicherung eine Familienversicherung dar.

6.2

Gibt es spezielle Haftpflichtversicherungen für junge Leute?

Sobald Du volljährig bist, benötigst Du eine eigene Haftpflichtversicherung. Das gilt nicht, wenn Deine Eltern über eine solche verfügen und Du Dich noch in der Ausbildung befindest.

Junge Leute ab 18 Jahren benötigen eine eigene Privathaftpflichtversicherung, wenn

  • sie berufstätig sind,
  • ihre Eltern über keine private Haftpflichtversicherung verfügen,
  • sie die Mitversicherung über die Eltern nicht in Anspruch nehmen wollen, damit diese nicht von eventuellen Missgeschicken erfahren.

Als junger Mensch kannst grundsätzlich jede Haftpflichtversicherung abschließen. Einige Gesellschaften bieten jedoch vergünstigte Versicherungsprämien für junge Menschen an, wobei die Altersgrenzen uneinheitlich sind. Vergleiche diese unbedingt mit den Konditionen der Mitbewerber.

Dass dieselbe Gesellschaft für ihre Standardversicherung eine höhere Prämie als beim Spezialangebot für junge Menschen verlangt, ist selbstverständlich. Das schließt allerdings nicht aus, dass der normale Haftpflichtversicherungstarif eines anderen Versicherers günstiger als das Dir vorliegende Spezialangebot ist.

Besonders niedrige Beiträge sind häufig mit dem Ausschluss des Versicherungsschutzes bei Gefälligkeitshandlungen verbunden.

6.3

Sind Studenten mitversichert?

Studenten sind in der Regel bei den Eltern mitversichert. Einige Versicherungsgesellschaften bieten jedoch attraktive Preise für Studenten an.

Die Mitversicherung in der Privathaftpflicht Deiner Eltern bleibt den grundsätzlichen Vertragsbedingungen der Versicherungswirtschaft zufolge bestehen; selbst nach einem Auszug aus dem Elternhaus. Dennoch sollten Deine Eltern vorsorglich in ihren Versicherungsvertrag schauen, denn aufgrund der freien Vertragsgestaltung darf jede Gesellschaft von den grundsätzlich gültigen Regeln abweichen.

6.3.1

Gibt es eine Privathaftpflicht extra für Studenten?

Der Studententarif ist ebenso wie der Tarif für junge Menschen ein Angebot einiger Versicherer für günstige Beitragssätze. Du benötigst eine eigene Privathaftpflicht als Student erst, wenn der Kindergeldanspruch ausläuft oder Deine Eltern über keinen entsprechenden Versicherungsschutz verfügen.

6.4

Privathaftpflichtversicherung für Paare

Paare können von einer gemeinsamen Hapftpflichtversicherung profitieren. Ganz im Gegenteil haben zwei getrennte Verträge keine Vorteile.

Paare können einen gemeinsamen Haftpflichtversicherungsvertrag abschließen. Dabei bestehen formale Unterschiede zwischen Ehepaaren und nicht miteinander verheirateten Paaren. Der Abschluss getrennter Versicherungsverträge macht für zusammenlebende Partner keinen Sinn. Sobald eine häusliche Gemeinschaft besteht, schließen die Versicherungsbedingungen die Erstattung von Haftpflichtschäden in der häuslichen Gemeinschaft grundsätzlich aus. Bei der Zusammenlegung besteht für den zuletzt abgeschlossenen Vertrag ein Sonderkündigungsrecht. Sollten dessen Bedingungen vorteilhafter sein, kannst Du die Kündigung nur regulär oder nach einem gemeldeten Schaden erfolgen.

6.4.1

Ist mein Ehepartner oder Lebensgefährte mitversichert?

Dein Ehepartner ist in der privaten Haftpflichtversicherung in jedem Fall mitversichert, da es sich um eine Familienversicherung handelt. Das gilt selbst dann, wenn Dein Partner aus beruflichen Gründen nicht mit Dir in einer Wohnung lebt. Eine Ausnahme bilden spezielle Single-Tarife, die ausdrücklich nur für einen einzigen Versicherungsnehmer abgeschlossen werden. Solltest Du einen solchen abgeschlossen haben, musst Du nach der Heirat den Versicherungsvertrag auf die Familienversicherung umstellen.

6.4.2

Gibt es eine private Haftpflicht bei einem gemeinsamen Haushalt?

Einzelne Gesellschaften können von den grundsätzlichen Bedingungen der Versicherungswirtschaft abweichen, da Vertragsfreiheit besteht. Es ist somit denkbar, dass künftig ein Versicherer eine gemeinsame Haftpflichtversicherung für Wohngemeinschaften anbietet, falls diese tatsächlich einen einzigen Haushalt bilden.

6.4.3

Was geschieht mit der privaten Haftpflichtversicherung im Trennungsjahr oder nach der Trennung?

Eheleute können ihre gemeinsame Haftpflichtversicherung während des Trennungsjahres behalten, da für sie die gemeinsame Wohnung nicht Voraussetzung für die Versicherungsgemeinschaft ist. Das gilt grundsätzlich auch bei eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften. Wenn Du ohne Trauschein mit Deiner Partnerin oder Deinem Partner zusammengelebt hast, muss bei einer Trennung jedoch jeder einen eigenen Versicherungsvertrag abschließen.

6.5

Gibt es eine Haftpflichtversicherung für Senioren?

Einige Versicherungen bieten im Zuge der freien Vertragsgestaltung Sonderkonditionen für Senioren an.

Versicherungsgesellschaften sind bei der Vertragsgestaltung frei und können somit Sonderkonditionen für bestimmte Bevölkerungsgruppen anbieten. Hierzu gehören auch Senioren, sodass einige Versicherer spezielle Haftpflichttarife für ältere Menschen aufgelegt haben. Diese unterscheiden sich in Details von den allgemein üblichen Versicherungsbedingungen in der privaten Haftpflichtversicherung. Diese Abweichungen beziehen sich sowohl auf zusätzliche Leistungseinschlüsse als auch auf für die Privathaftpflicht unübliche Ausschlüsse, sodass bei einem Vergleich besonders auf den Versicherungsschutz zu achten ist.

6.5.1

Für wen gelten die Seniorentarife?

Für welchen Personenkreis die Seniorentarife gelten, ist je nach Versicherer uneinheitlich geregelt. Die folgende Auflistung gibt von mehr als einer Gesellschaft angegebene Voraussetzungen wieder, wobei in der Regel nur eine Bedingung erfüllt sein muss:

  • Mindestalter von sechzig oder fünfundsechzig Jahren
  • Mindestalter von fünfundfünfzig Jahren
  • Rentenbezug ohne Altersgrenze.
6.5.1

Einschlüsse und Ausschlüsse bei Seniorentarifen

Bei einigen Versicherungsgesellschaften unterscheidet sich das Leistungsspektrum des Seniorentarifs nicht von dem des für jeden Kunden zugänglichen Haftpflichttarifs. Bei einem Vergleich der Sonderkonditionen fällt auf, dass mehrere Versicherer eine der folgenden Sonderregeln im Versicherungsvertrag anwenden:

  • Kinder sind in einigen Verträgen nicht mehr mitversichert.
  • Zu Besuch weilende Enkelkinder sind mitversichert.

Du benötigst den Einschluss Deiner Enkel in Deine Privathaftpflicht nur in zwei Fällen:

  • Die Eltern Deines Enkelkindes haben keinen Privathaftpflichtversicherungsvertrag abgeschlossen. Das gilt auch, wenn ein alleinerziehender Elternteil sich für den Abschluss eines Single-Tarifes entschieden hat.
  • Du möchtest das zu Schadenersatzansprüchen Dritter führende Verhalten Deines Enkels vor den Eltern verheimlichen und aus diesem Grund die Regulierung über Deine Privathaftpflicht vornehmen.

In allen anderen Fällen übernimmt die Privathaftpflicht der Eltern Deines Enkelkindes die Schadensregulierung, sodass der Einschluss von Enkeln in die Seniorenversicherung zumeist überflüssig ist.

6.5

Sind Haustiere in der Privathaftpflicht eingeschlossen?

Als Haustierhalter unterliegst Du besonders strengen Haftpflichtanforderungen. Du musst sogar Schadenersatz leisten, wenn sich Dein Tier artgerecht verhalten und der Geschädigte den Schaden durch sein ungeschicktes Vorgehen objektiv selbst verursacht hat. Das gilt nur dann nicht, wenn sich dieser böswillig oder eindeutig gesetzwidrig verhalten hat.

Hunde laufen fremden Fahradfahrern gerne einmal hinterher. Im Schadensfall haftest Du.
6.5.1

Welche Haustiere sind in der Privathaftpflicht mitversichert?

Für die Mitversicherung von Haustieren in der gesetzlichen Privathaftpflicht gelten bei vielen Tieren eindeutige Regeln, in manchen Fällen ist aber eine Nachfrage bei der Versicherungsgesellschaft oder der Blick in den Versicherungsvertrag erforderlich. Konkret gelten folgende Grundsätze:

  • Kleintiere wie Katzen, Meerschweinchen, Fische, Hamster und Kaninchen sind immer in der privaten Haftpflichtversicherung mitversichert.
  • Hunde und Pferde aller Art – auch Ponys – sind im Versicherungsschutz der Privathaftpflichtversicherung nicht enthalten.
  • Der Ausschluss gilt auch für vorwiegend der Jagd dienende Tiere wie Frettchen.
  • Bei exotischen Tieren wie Schlangen und Spinnen solltest Du Dich bei Deiner Versicherungsgesellschaft erkundigen. Diese bietet möglicherweise den Einschluss des Haustieres in den Versicherungsschutz gegen einen Prämienzuschlag an. Zum Teil werden ungiftige Nattern im Gegensatz zu Giftschlangen ohne Zuschlag in den Versicherungsvertrag integriert. Möglicherweise sieht der Versicherungsvertrag dennoch eine Anmeldepflicht für das exotische Haustier vor.
6.5.1

Bei der Tierhaftpflichtversicherung auf den Vertragsinhalt achten

Sobald Du für das Ausführen Deines Hundes bezahlst, besteht den Standardbedingungen der Versicherungswirtschaft zufolge kein Haftpflichtversicherungsschutz mehr. Dennoch gibt es Versicherungen, die auch dies in den Versicherungsschutz einschließen.

Bei der Tierhaftpflichtversicherung bieten deutlich mehr Gesellschaften als bei der Privathaftpflichtversicherung eine Prämienermäßigung aufgrund einer vereinbarten Selbstbeteiligung an. Falls Du Deinen Hund gelegentlich durch einen bezahlten Hundesitter ausführen lässt oder Dein Pferd auch von anderen Personen geritten wird, musst Du unbedingt auf die Vertragsbedingungen achten.

Der Versicherungsvertrag sollte sich bei der Tierhalterhaftpflichtversicherung nicht nur auf Dich und Deine Familie, sondern auf alle Personen beziehen, denen Du Dein Tier anvertraust. Viele Verträge sehen bei unentgeltlicher Betreuung durch Freunde vor, dass der Versicherungsschutz erhalten bleibt.

Konsequenterweise besteht den Standardbedingungen der Versicherungswirtschaft zufolge in diesen Fällen kein Haftpflichtversicherungsschutz. Du kannst – und solltest – jedoch bei vielen Gesellschaften ein Vertragsmodell wählen, bei dem der Versicherungsschutz trotz der Zahlung eines Taschengeldes für die Hundebetreuung beziehungsweise ungeachtet der erhaltenen geringfügigen Reitbeteiligung erhalten bleibt.

7.

Welche Vorteile bietet mir eine private Haftpflichtversicherung?

Die Haftpflicht zahlt für Dich: Mit einem kleinen jährlichen Beitrag von unter 100 Euro kann man sich gegen hohe Zahlungsforderungen absichern.

Eine private Haftpflichtversicherung sichert Dich und Deine Familie vor hohen Schadensersatzforderungen ab.

Die private Haftpflichtversicherung prüft, ob Du überhaupt für den Schaden aufkommen musst und ob den Geschädigten oder eine andere Person ebenfalls eine Teilschuld trifft (Prüfung der Haftungsfrage), und sie wehrt unbegründete Schadenersatzforderungen ab (passiver Rechtsschutz). Die vollständigen Prozesskosten übernimmt die private Haftpflichtversicherung.

Die Beiträge für die private Haftpflichtversicherung sind steuerlich absetzbar (in der Anlage Vorsorgeaufwand der Einkommenssteuererklärung) – dadurch reduzieren sich die tatsächlichen Versicherungs-Beiträge.

Zusammenfassung der Vorteile

  • finanzielle Absicherung im Schadensfall
  • geringe jährliche Kosten
  • Prüfung der Haftungsfrage durch Versicherung
  • steuerlich absetzbar
8.

Welche Nachteile hat eine private Haftpflichtversicherung?

Tatsächliche Nachteile gibt es bei dem unschlagbaren Preis/Leistungsverhältnis einer privaten Haftpflichtversicherung eigentlich nicht. Es gibt jedoch einige Dinge, die Du unbedingt beachten solltest:

Das betrifft vor allem die Versicherungsleistungen. Deswegen solltest Du immer genau schauen, was aus dem Versicherungsvertrag ausgeschlossen ist:

  • Schäden an der Mietsache
  • Mitversicherung von Familienangehörigen
  • Gefälligkeitshandlungen
  • Schlüsselverlust
8.1

Aufwendiges Nachweisverfahren

Oft werden Summen bis etwa 800 Euro recht unproblematisch beglichen. Bei teureren Vorfällen ist dies anders und ein Gutachter wird hinzugezogen, um den Vorfall zu bewerten. Nicht immer wird die geforderte Leistung vollständig gezahlt, zum Beispiel wenn der Gutachter feststellt, dass der Schaden zumindest teilweise durch andere Einwirkungen verursacht wurde. Es kann manchmal Monate, sogar Jahre dauern, bis die Versicherung zahlt.

8.2

Leistungslimit

Wer die Leistungen seiner Haftpflichtversicherung oft in Anspruch nimmt oder zu teuer wird, dem wird nicht nur der Beitrag erhöht, sondern in vielen Fällen kündigt der Anbieter die Versicherung. Mit einer solchen Vergangenheit hast Du es schwer einen neuen Anbieter zu finden. Zumindest musst Du wahrscheinlich einen erhöhten Beitrag zahlen.

Zusammenfassung der Nachteile

  • Abstimmen der Versicherungsleistungen nötig
  • Teilweise aufwendiges Nachweisverfahren mit Gutachter
  • Wenn Du der Versicherung zu teuer wirst, kündigt sie den Vertrag